Liebe Leserinnen und Leser, 

stellen Sie sich vor: Es ist April 2023. Und Friedrich Merz (CDU) wird zum Bundeskanzler gewählt. Statt dem „Kampf gegen Rechts“ und dem Umbau der Gesellschaft für eine leuchtende Zukunft steht Schadensbegrenzung im Vordergrund. Ob ich durchgedreht bin oder zu viel getrunken habe, werden Sie mich nun vielleicht fragen. Nein, ich gebe nur ein Szenario wieder, das mir ein Berlin-Insider mit besten Drähten so geschildert hat. Wohl gemerkt nicht als Prognose – sondern als mögliches Szenario. In diesem werde es zwar keine 180-Grad-Wende geben, aber die schlimmsten Auswüchse von Rot-Grün, die wir derzeit erleben, die könnten recht schnell abgeflacht werden.

Ein schönes Szenario? Bedingt. Denn sein Eintritt setzt voraus, dass die Ampel-Koalition das Land noch heftiger gegen die Wand fährt, als es ihr bisher schon gelungen ist. Natürlich nur dank äußert massiver, tatkräftiger und vor allem jahrelanger Hilfe von Angela Merkel. Die hat im schwarzen Schafspelz bereits grüne Ideologie zum faktischen politischen Monopol gemacht – auf dessen Kritik die maximale Diffamierung und Ausgrenzung steht. Sollte es Rot-Grün-Gelb gelingen, sich mit etwas Fortune durch den Winter zu mogeln, wäre das zwar einerseits eine kurzfristige Erleichterung. Längerfristig würde unser Land dadurch aber noch schneller auf den Abgrund zurasen. Ein Dilemma, aus dem es keinen Ausweg gibt. Ich bedaure außerordentlich, dass ich nicht den Optimismus meines geschätzten Kollegen Klaus Kelle teilen kann, der überzeugt ist: Alles wird gut.
Sie werden sich vielleicht wundern, warum ich mir so lange Zeit gelassen habe mit diesem Wochenbriefing. Das werde ich auch erläutern – leider hat es mit neuem Ungemach zu tun, das mir widerfuhr – und mich wieder an einen Roman von Kafka oder Orwell erinnert. Aber bevor ich zu diesem unschönen Thema komme, noch zwei andere Punkte. Kürzlich schrieb ich einen Artikel darüber, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Bürger aufrief, öfter zum Waschlappen zu greifen, als zu duschen.

Zwei Leser-Reaktionen darauf haben mich beeindruckt. Zum einen die von einem Kollegen, der meinte, der Waschlappen müsse jetzt das Symbol von Protesten werden: „Abertausende auf den Straßen, und alle mit einem Waschlappen, den sie in die Luft halten“. Eine interessante Idee. Der andere Leser schrieb mir, es sei ihm ein Rätsel, wie Kretschmann seit Corona von einem eher bodenständigen Realpolitiker zu einem Hardliner und Einpeitscher wurde, der sich öffentlich in Überwachungsphantasien hineinsteigerte und gegen Ungeimpfte hetzte. 

Ich bin kein Psychologe und kann nur mutmaßen. Es kann sein, dass der betagte Kretschmann wegen Corona selbst Angst bekam und in den Panik-Modus verfiel. Angst frisst bekanntlich Hirn. Als jemand, der in jungen Jahren Maoist war, kann Kretschmann auch einfach seinen ideologischen und autoritären Politik-Ansatz viele Jahre lang verborgen haben, im Zweifel auch vor sich selbst. In der Krise konnte dieser dann wieder durchschlagen. Kretschmann ist dafür ja nicht das einzige Beispiel – und auch nicht nur bei Corona. Viele Menschen, die man für gesetzt und bodenständig hielt, legten angesichts von Corona Züge an den Tag, die mich persönlich entsetzten. Und Sie vielleicht auch. 
Entsetzt hat mich auch ein Video-Gespräch von zwei klugen Köpfen, die ich so schätze, dass ich hier ihren Namen nicht nenne. Sie unterhielten sich über Klaus Schwab, Chef und Gründer des World Economic Forum. Ihr Konsens: Das ist ein guter Mensch, der will nichts Böses. Das versicherten sie sich mehrfach gegenseitig. Mich machte das sprachlos. Das ist genau der Punkt, bei dem die Deutschen mit ihrer Vergangenheitsbewältigung in meinen Augen völlig versagt haben: Bei vielen herrscht die infantile Vorstellung, die Tragödien der Geschichte ereigneten sich, weil irgendein Bösewicht ganz offen Böses wollte. Genau das Gegenteil ist der Fall: In der Regel sind es diejenigen, die glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein und alle in eine helle, leuchtende Zukunft zu führen, die im Nachhinein das größte Unheil anrichteten. Hitler und seine Anhänger waren überzeugt, sie würden Deutschland retten, ja sie fühlten sich sogar von der „Vorsehung“ dafür auserwählt. Auch Stalin, Mao und Pol Pot hätten wohl jeden Lügendetektortest bestanden mit ihren Aussagen, nur das Beste zu wollen. Nein, natürlich liegt es mir fern, Klaus Schwab mit den Erwähnten gleichzusetzen. Es geht mir nur um die massive Naivität im Umgang mit vermeintlich „guten Vorsätzen“. Mit denen ist, wie Bernard Shaw so treffend sagte, der Weg zur Hölle gepflastert.

Aber nun zu dem neuen Ungemach. Schon in der Vergangenheit war ich ja ins Visier von Polizei und Banken geraten, wie ich hier beschrieb:
Jetzt geht es weiter. Ein naher Verwandter wurde von der Kriminalpolizei nach mir ausgefragt. Wo ich mich aufhalte, wie ich zu erreichen sei. Also genau das Gleiche wie vor einem Jahr. Warum, wurde nicht näher erläutert. Es ist wie bei Kafka: Man ist sich keinerlei Schuld bewusst, aber steht im Visier der Behörden. Ich habe deswegen an die Polizei in Augsburg geschrieben. Eine höfliche Presseanfrage – weil ich über die Sache schreiben will – mit Bitte um Aufklärung und dem Hinweis, wie sie mich erreichen können. Seit sechs (!) Tagen kommt keine Antwort. Obwohl Presseanfragen in der Regel am gleichen Tag beantwortet werden sollten. Stellen Sie sich bitte vor, was so ein Vorgehen der Polizei mit einer Familie macht! Vor allem mit alten Menschen! Bei Arne Schmitt, dem „Pianisten“, der an vielen „Corona-Demos“ mit seinem Flügel teilnahm, rückte die Polizei mit drei Mann bei seinen Eltern in NRW an – während der einen Prozess in Berlin hatte. Auch andere Corona-Kritiker erzählten mir von Polizeibesuchen bei betagten Eltern.  
Ein anderer Kritiker der Maßnahmen berichtete mir, wie er von der Polizei vorübergehend festgenommen und durchsucht wurde und man alle seine technischen Geräte beschlagnahmte, weil er in einem Bericht interne Aussagen eines Polizeibeamten zitierte. Der brachiale Einsatz galt ihm als Zeuge. Der Berliner Arzt und Maßnahmen-Kritiker Paul Brandenburg wurde von der Polizei behandelt wie ein Schwerverbrecher und fühlt sich massiv verfolgt. Er hat inzwischen den Glauben an den Rechtsstaat verloren und deswegen sogar seine Anwältin von ihrer Aufgabe entbunden. 
Polizeiaktionen bei „Unbotmäßigen“ sind heute regelrecht Standard. Selbst wegen eher geringfügiger Beleidigungen im Internet kann die Polizei Familien mit kleinen Kindern im Morgengrauen die Tür einrammen. Wenn solche Aktionen im Nachhinein wie im Hamburger „Pimmelgate“-Fall oder bei dem AfD-Abgeordneten Petr Bystron für rechtswidrig erklärt werden, sind die Traumata der Kinder davon nicht weg. Der ungeheuerliche Verdacht liegt nahe, dass hier der Rechtsstaat pervertiert wird, um Kritiker der Regierung zu „zersetzen“, wie es die Stasi früher nannte: Also um sie mürbe zu machen, zu demoralisieren, zum Aufgeben zu bewegen – oder dazu, sich zu radikalisieren. Gerne hänge ich unten in diesem Wochenbriefing noch einmal die entsprechende Warnung der DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley an. 

Ich neige nicht dazu, mich zu beklagen, ich bin ein fröhlicher Mensch. Aber wenn Behörden die Familie involvieren, ohne dass auch nur die geringste Notwendigkeit zu sehen ist, wenn sie sich dann in Schweigen hüllen, dann ist zumindest der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass man hier Psychoterror ausüben will. Genau so, wenn umgekehrt ein Jahr nach einem gefährlichen Blumentopf-Wurf, der nur knapp meinen Kopf verfehlte, bei Polizei und Staatsanwaltschaft immer noch nicht der geringste Ermittlungseifer festzustellen ist. Und so das Signal gesendet wird: Wer kritische Journalisten angreift, hat wenig zu befürchten. Ich selbst kann mit all dem umgehen – ich habe auch Kriege erlebt – aber die Familie und hoch betagte Menschen da mit hineinzuziehen – da fehlen einem einfach die Worte. Offenbar ist das Ziel, mich zum Schweigen zu bringen. Doch erzielt wird das Gegenteil. Meine Überzeugung ist: Der beste Umgang mit solchen Methoden ist, sie sofort öffentlich zu machen. Nichts fürchten diejenigen, die auf finstere Methoden setzen, mehr als das Licht.

Darum erfahren Sie das alles hier als Abonnenten meines Wochenbriefings – als erste. Und darum bitte ich Sie ausdrücklich, dieses Wochenbriefing auch an Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Viele Menschen, die sich nur in den großen Medien informieren, können sich ja gar nicht vorstellen, wie weit das Drangsalieren von Andersdenkenden in Deutschland inzwischen geht. 
Und nun zum nächsten Schlag. Viele von Ihnen ahnen es schon, da ich ja bereits Andeutungen machte. Fast zeitgleich mit Paypal hat mir auch meine aktuelle Bank gekündigt. Die vierte innerhalb von einem Jahr. Eine der Banken hatte sogar meiner achtjährigen Tochter ihr Sparkonto gekündigt. Offenbar, weil sie den falschen Nachnamen trägt – Reitschuster. Jetzt behandelt mich das Bankhaus Bauer wie einen Aussätzigen – obwohl man mich dort vor einem Jahr in Kenntnis meiner journalistischen Tätigkeit mit offenen Armen empfing. Ich kann nicht ins Detail gehen, aber mein Eindruck ist ganz klar: Die Entscheidung ist politisch; die Bank wurde entweder unter Druck gesetzt oder sie handelt in vorauseilendem Gehorsam.

Ich konnte nicht sofort über die Kündigung schreiben, weil ich, wie oft zuvor, wieder mehr mit Organisatorischem zu tun hatte als mit Journalistischem. Auch jetzt noch bekomme ich fast täglich Post von Paten, denen Paypal immer noch Nachrichten schickt, dass man Geld von ihnen einziehen will. In einem Fall wurde einer Frau sogar ein Anwalt auf den Hals gesetzt, mit happigen Gebühren. Es ist so kafkaesk, so absurd, dass einem die Worte fehlen. Gar nicht zu reden von der neuen Sperre bei Facebook. 
Wovor haben sie solche Angst? Warum setzen sie sich nicht einfach mit mir hin und diskutieren mit mir, wenn sie überzeugt sind, die besseren Argumente zu haben? Offenbar wissen Sie im Inneren, dass sie sich weit von der Realität entfernt haben. Und umso mehr diejenigen bekämpfen müssen, die auf diese Realitäten hinweisen. In meinem Fall geht es ganz offensichtlich darum, mich mundtot zu machen. Mir buchstäblich das Wasser abzugraben und mich zum Aufgeben zu bewegen – mit Psychoterror, Schikanen, Kontenkündigungen.

Umso dankbarer bin ich Ihnen, wenn Sie mir helfen, gegenzuhalten. Mit moralischer Unterstützung. Mit einem Brief ans Bankhaus Bauer (Mail: info@bankhausbauer.de, Vorstandssprecher Dr. Stefan Heddergott). Mit einem Gebet. Mit einer Empfehlung. Oder, wenn Sie es sich leisten können – und bitte wirklich nur dann – mit Unterstützung. Mit einer Seiten-Patenschaft. Die ist ganz besonders wertvoll, weil sie bei der Planungssicherheit hilft (Details hier). Oder einfach mit einem kleinen Zeichen der Solidarität – mit einer Zuwendung. Solange es überhaupt noch geht – denn die Attacken werden immer engmaschiger: IBAN  LT18 3190 0201 0000 1014, BIC: TEUALT22XXX (TeslaPay) oder IBAN DE30 6805 1207 0000 3701 71. Alle, die schon regelmäßig unterstützen, bitte ich, ihren Dauerauftrag auf die oben genannten beiden Konten umzustellen. Ich weiß, das macht Umstände, und das tut mir herzlich leid – aber glauben Sie mir, ich würde viel dafür geben, dass Sie diese Umstände nicht haben, und ich einfach wie ein normaler Mensch ein ganz normales Bankkonto haben und vor allem auch behalten kann. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Und bevor ich es vergesse: Weil Bankkonten, auch wenn gelegentlich anderes behauptet wird, nicht von heute auf morgen gesperrt werden können wie Paypal-Konten  (es sei denn, man hat den Gerichtsvollzieher am Hals), läuft mein Konto beim Bankhaus Bauer mit der Endziffer 1024 noch bis Jahresende ganz normal weiter. Also keine Sorge! Und umso mehr Dank, wenn Sie die Bankverbindung ändern. 

Emotional war ich schon immer, aber die vielen Jahre in Russland haben mir geholfen, diese Emotionen auch offen zu zeigen. Darum möchte ich Sie heute, statt großer Worte, einfach in Gedanken ganz herzlich umarmen! 

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

1000 Dank für Ihre Unterstützung,

herzlich
Ihr
Boris Reitschuster  
 

PS: Und hier noch oben versprochene Vorhersage der DDR-Dissidentin Bärbel Bohley kurz nach der Wiedervereinigung 1990:

„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen um sie dann zu übernehmen. Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer. die sich nicht anpassen das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert."
Quelle: tinyurl.com/Bohley
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